Bayer erzielt kräftigen Ergebniszuwachs

Covestro verzeichnet ein erfolgreiches Börsendebüt. HealthCare und CropScience zeigen deutliche Umsatzsteigerungen.

Der Bayer-Konzern hat im 3. Quartal 2015 weitere strategische Fortschritte gemacht und einen kräftigen Ergebniszuwachs erzielt. „Vor einigen Wochen haben wir die Änderung unserer Organisationsstruktur angekündigt. Die neue Struktur wird unsere Strategie als führendes Life-Science-Unternehmen unterstützen und uns gegenüber dem Wettbewerb noch schlagkräftiger machen“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. Die Trennung von MaterialScience sei vollzogen und das Unternehmen unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht worden. Derzeit ist Bayer noch mit 69 Prozent an der Covestro AG beteiligt, die daher weiterhin als vollkonsolidierte Gesellschaft in den Bayer-Konzernabschluss einbezogen wird.

Im 3. Quartal 2015 erzielte Bayer bei währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) gestiegenen Umsätzen einen kräftigen Ergebniszuwachs von 28 Prozent. HealthCare profitierte erneut von der positiven Entwicklung der neueren Pharma-Produkte sowie von wpb. Umsatzausweitungen in allen Consumer-Health-Divisionen. Das Ergebnis von HealthCare stieg deutlich. Bei CropScience lagen die Umsätze – trotz eines schwächeren Marktumfelds – wpb. über dem Niveau des starken Vorjahresquartals, das Ergebnis konnte währungsbedingt zulegen. Covestro konnte das Ergebnis im Wesentlichen aufgrund niedrigerer Rohstoffkosten erneut signifikant erhöhen, während die Umsätze erwartungsgemäß zurückgingen. „Unseren Konzernausblick für 2015 bestätigen wir“, sagte Dekkers.

Der Konzernumsatz stieg im 3. Quartal um 10,7 (wpb. 1,9) Prozent auf 11,036 (Vorjahr: 9,967) Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg deutlich um 27,6 Prozent auf 2,523 (1,977) Milliarden Euro. Die gute Geschäftsentwicklung ging einher mit höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb. Währungseffekte trugen mit etwa 170 Millionen Euro positiv zum Ergebnis bei. Das EBIT erhöhte sich ebenfalls deutlich um 16,3 Prozent auf 1,565 (1,346) Milliarden Euro. Darin enthalten sind Sondereinflüsse von minus 204 (plus 45) Millionen Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus Aufwendungen in Verbindung mit der Verselbstständigung und dem Börsengang von Covestro sowie Kosten für die Integration erworbener Geschäfte. Das Konzernergebnis stieg um 20,9 Prozent auf 999 (826) Millionen Euro und das bereinigte Ergebnis je Aktie für das fortzuführende Geschäft um 28,0 Prozent auf 1,69 (1,32) Euro.

Der Brutto-Cashflow im fortzuführenden Geschäft verringerte sich um 2,7 Prozent auf 1,427 (1,466) Milliarden Euro. Dem höheren Ergebnis standen zusätzliche Steueraufwendungen im Zusammenhang mit der Verselbstständigung von Covestro gegenüber. Der Netto-Cashflow (gesamt) stieg im Wesentlichen durch geringere Mittelbindung im sonstigen Working Capital um 28,3 Prozent auf 2,330 (1,816) Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung sank von 21,1 Milliarden Euro am 30. Juni 2015 auf 19,3 Milliarden Euro am 30. September 2015 – im Wesentlichen aufgrund von Mittelzuflüssen aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Strategische Fokussierung auf Life-Science-Geschäfte

 

Die Trennung von Covestro bezeichnete Dekkers als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur erfolgreichen Entwicklung von Bayer als Life-Science-Unternehmen. „Indem wir uns auf die Life-Science-Geschäfte konzentrieren, befassen wir uns künftig noch intensiver mit zwei der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Erstens brauche die älter werdende und wachsende Weltbevölkerung dringend neue und bessere Medikamente, da viele Krankheiten trotz großer Fortschritte noch immer nicht angemessen therapiert werden könnten. Zweitens würden auch innovative chemische und biologische Pflanzenschutzmittel sowie widerstandsfähigere Pflanzen gebraucht, damit es für die wachsende Weltbevölkerung in Zukunft genug hochwertige Nahrungsmittel gebe. „Nur mit echten Innovationen werden wir in der Lage sein, Lösungen für diese Herausforderungen anzubieten. Und genau darauf ist unser Geschäftsportfolio jetzt ausgerichtet“, betonte Dekkers.

Die neue Organisationsstruktur von Bayer werde diese Strategie unterstützen und das Unternehmen gegenüber dem Wettbewerb noch schlagkräftiger machen. Ab dem 1. Januar 2016 wird Bayer das Geschäft über die drei Divisionen Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science führen. „Jeder dieser Geschäftsbereiche bedient einen attraktiven Markt und erwirtschaftet gute finanzielle Erträge. Und jeder Bereich unterliegt anderen Zyklen und Risiken – unser Portfolio ist daher diversifiziert und ausgewogen“, so Dekkers. Die Divisionsleiter gehören künftig dem Konzernvorstand an – auf diese Weise sollen Strategie und Geschäft besser miteinander verzahnt und die Innovationskraft und Kundenorientierung weiter gestärkt werden.

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