Bayer weiht neues Gewächshaus für Insektizidforschung ein

In einem lokalen Projekt hat Bayer am Standort Monheim rund 45 Millionen Euro in den Bau eines etwa 11.000 Quadratmeter großen Gewächshauses investiert. Die Investition in eine Zukunftsorientiere Forschung und bietet Platz für 60 Mitarbeiter.

Mit einem Bekenntnis zum Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen will Bayer seine führende Position im weltweiten Markt für Schädlingsbekämpfungsmittel festigen. „Der Neubau soll dabei helfen, eine fundamentale Herausforderung unserer Zeit zu meistern: die Nahrungsmittelversorgung weltweit sicherzustellen“, sagte Dr. Dirk Backhaus, Leiter Product Supply und Mitglied der Geschäftsleitung der Bayer-Division Crop Science, bei der Einweihungsfeier am 8. Januar vor 50 geladenen Gästen sowie rund 150 Mitarbeitern. „Dieses Gewächshaus hätte überall auf der Welt stehen können. Doch Deutschland hat als Standort beachtliche Stärken: eine vielfältige, nachhaltige Agrarwirtschaft, ein hohes Ausbildungsniveau und solides Wissensfundament, sowie eine attraktive Lage in einem dynamischen europäischen Umfeld“, so Backhaus. Die Investition sei deshalb auch das Bekenntnis von Bayer zur Innovationskraft Europas, Deutschlands und ganz konkret zum Forschungsstandort Monheim in Nordrhein-Westfalen.

Der Bau des neuen Gewächshauses ist das größte Einzelprojekt von Bayer in Monheim im Rahmen eines Investitionsprogramms von rund 170 Millionen Euro in den zurückliegenden sechs Jahren. Neben Neuinvestitionen sind die Modernisierung und der gezielte Ausbau der vorhandenen Forschungs-Infrastruktur wichtige Elemente der Wachstumsstrategie von Crop Science.

In seiner Rede betonte Backhaus die notwendige gesellschaftliche Unterstützung für die industrielle Forschung: „Wir leben in einer Zeit, in der Populismus und politische Polarisierung die Akzeptanz der modernen Wissenschaft gefährden“, führte Backhaus aus und verwies auf emotional geführte Kampagnen, beispielsweise gegen wichtige insektizide Substanzklassen wie die Neonikotinoide, die Diskussion über die weitere Zulassung von Glyphosat oder das große Medienecho zum Rückgang der Populationen von Insekten in Teilen Deutschlands. „Aufgrund ihrer wichtigen Rolle als Bestäuber vieler Anbaukulturen haben Insekten für Bayer einen hohen Stellenwert“, so Backhaus. „Unsere Aufgabe besteht darin, der Öffentlichkeit in einem offenen und transparenten Dialog zu vermitteln, welche innovativen Lösungen wir bei Bayer entwickeln, um die Lebensqualität der Menschen zu verbessern, und so die Kluft zwischen Produzenten und Konsumenten zu überbrücken.“

Hochleistungsforschung verbessert Möglichkeiten, neue selektive Insektizide zu entwickeln

Landwirte in aller Welt kämpfen gegen zunehmenden Schädlingsbefall und sich ausbreitende Resistenzen gegen derzeit verfügbare Insektizide. Darüber hinaus führen verschäfte Zulassungsanforderungen zu höheren Markteintrittsbarrieren für neue insektizide Lösungen. Eine moderne, auch technisch hervorragend ausgerüstete Forschung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Pflanzenschutz-Innovationen, vor allem im Bereich der Insektizide. „Das neue Gewächshaus verbessert unsere Möglichkeiten, neue selektive Insektizide zu entwickeln“, betonte Dr. Markus Dollinger, Leiter der Bayer-Insektizidforschung. „Wir sind davon überzeugt, den dringenden Bedarf unserer Kunden befriedigen zu können – mit innovativen Produkten auf Basis der hier entwickelten insektiziden Wirkstoffe. Und damit gleichzeitig zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beizutragen.“ Zusätzlich zum neuen Gewächshaus steht der Insektizidforschung ein angrenzendes Gebäude mit 1.200 Quadratmeter Labor- und 870 Quadratmeter Bürofläche zur Verfügung.

Das Gewächshaus wird 60 Mitarbeitern optimale Bedingungen für Anzucht und Tests von mehr als 30 verschiedenen Kulturpflanzenarten und über 40 zum Teil exotischen Schädlingsarten und Nützlingen bieten. Höchste Biosicherheits- und Hygienestandards ermöglichen das Arbeiten mit diesen Organismen, aber auch mit transgenen Pflanzen und neuen Pflanzenzüchtungen. Das Gewächshaus besteht aus 133 Kammern, in denen sich die verschiedensten Klimabedingungen individuell simulieren lassen, wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Tageslängen, Temperaturverläufe und Luftfilterung. Dadurch können Versuche unter realistischen, naturnahen Bedingungen ablaufen. Dies ermöglicht parallele Studien an heimischen und exotischen Nutzpflanzen mit den in Entwicklung befindlichen Wirkstoffen und alternativen Technologien wie biologischem Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung und nützlingsverträglichen Kombinationsstrategien.